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Zerbrechlich – und der lange Fall zurück zur Erde
Wer C.S. Lewis als Kind (vor-)gelesen (bekommen) hat, der sehnte sich sicherlich bei winterlichem Schneefall nach der gemütlichen Teestube des Faunen Tumnus, nach brüderlicher Einigkeit wie Lucy, Susan und Peter oder nach den honig-roten Sonnenuntergängen, die man nur auf den Fahrten mit der Morgenröte genießen kann. Wie schafft dies C.S. Lewis? In einem Vortrag unseres neuesten Dozenten Jan-Carsten Schnurr über “Wahrheit” im Fach “Apologetik”, bemerkte dieser, dass C.S. Lewis in allen seinen Werken (die trotz der Tiefe immer noch Kinderbücher bleiben!) seinen Schwerpunkt auf die Sehnsucht legt. Sehnsucht ist nach Schnurr das tragende Moment von Lewis’ Wahrheitsfindung, – die Sehnsucht in den Westen zu fahren, bis ans Ende der Welt; die Sehnsucht endlich Aslan zu sehen, am Ende der Zeit; die Sehnsucht aus dem Königspalast der Hauptstadt Narnias’ aus, übers Meer zu schauen …
Dieser Vortrag hat mich neben der erfrischenden Redundanz des Dozentens, insbesondere dadurch getroffen, da ich der These vollkommen zustimmen konnte. Doch, warum trafen mich die Worte des Lewis stärker, als die des Tadd Williams, oder David Eddings? Jeder Autor berührt uns anders, natürlich auch je nach Moment und Situation abzuschätzen, in der wir seine Worte lesen. Dies fällt mir besonders und stärker noch als bei Büchern, in der Welt der Musik auf. So wie ich einmal schrieb: “Meine Seele atmet Musik”, oder? Da verbindet man besondere Momente mit einzigartigen Liedern, oder Eindrücke und Gefühle mit einer bestimmten CD.
Im – ich denke – Jahr 2000 wurde ich durch meinen Bruder mit Jars of Clay in Berührung gebracht. Damals mit “Much Afraid“, das bis heute noch mein Lieblingsalbum ist. Seit Ende April ist jetzt das neueste Album von JoC draußen: The long fall back to earth.
(aufgrund einer Security-Bestimmung kann man den Rotator nicht direkt von der jars-of-clay Homepage einbinden. In besserer Quali findet man ihn mit der Musik auf www.jarsofclay.com)
Das neue Album mit 14 vollen Tracks überraschte mich zuerst mit dem Anklang an 80ziger Beats und den nicht noch so vollen Soundteppich, wie etwa bei “Good Monsters”. Textlich passt sich Tlfbte wieder an die ersten CDs, wie “Much Afraid” oder “If I left the zoo” an und begeisterte mich damit sehr. Boy – Lesson one stach dabei heraus und erinnerte mich an “Frail”:
Lesson one – do not hide
Lesson two – there are right ways to fight
And if you have questions
We can talk through the night
So you know who you are
And you know what you want
I’ve been where you’re going
And it’s not that far
it’s too far to walk
But you don’t have to run
you’ll get there in time
Lesson three – you’re not alone
Not since I saw you start breathing on your own
You can leave, you can run, this
will still be your home
So you know who you are
And you know what you want
I’ve been where you’re going
And it’s not that far
it’s too far to walk
But you don’t have to run
you’ll get there in time
Get there in time
In time, to wonder where the days have gone
In time, to be old enough to
wish that you were young
When good things are unraveling,
bad things come undone
You weather love and lose your innocence
There will be liars and
thieves who take from you
Not to undermine the consequence
But you are not what you do
And when you need it most
I have a hundred reasons why I love you
If you weather love and lose your innocence
Just remember – lesson one
Ich möchte euch einfach mal ermutigen, sich die Musik reinzuziehen. Genug Previews gibts bei amazon.com – die kompletten Alben auf youtube.com oder imeem.com.
… seht zu, dass ihr nicht verschlungen werdet!
Ein Katholik, ein Calviner, ein Baptist und ein Charismatiker
finden sich in der Hölle wieder.
Sagt der Katholik leicht zitternd: “Ich bleibe nicht lange hier, denn oben wird für mich fleissig gebetet und es werden Messen abgehalten.”
Sagt der Calvinist mit stoischer Mine: “Mir war das vorherbestimmt.”
Sagt der Baptist total traurig: “Ich bin doch getauft und kann eigentlich gar nicht hier sein?!”
Und dann der Charismat: “Halleluja! Im Glauben bin ich gar nicht hier!…”
Wenn man so einen Witz in den falschen Kreisen erzählt, dann kann es ganz schnell sein, dass die noch eben erhobenen Hände sich zu Fäusten ballen und etwas ganz anderes (nämlich Vorwürfe) gegen einen erhoben werden. Wenn man sich ein wenig in der christlichen Szene auskennt (und ich bewege mich scheinbar schon viel zu lange darin), dann erscheint einem das Treiben der – oftmals Getriebenen – nicht so sehr als Heilstat an der Welt, sondern mehr als negativ-Beispiel. Oder wie sollte man sonst einem frischbekehrten Heiden die Bibel auslegen? “Leb einfach so, wie es in der Bibel steht… du kannst dir gut an den Leuten in der Kirche ein Beispiel daran nehmen, wie es nicht zu laufen hat. Viel Spaß mit deiner Beziehung zu Gott!”
Normalerweise kommt jetzt der Kommentar, dass ich nicht richten darf. Ja, es steht mir nicht zu, “diese Leute in der Kirche” zu verurteilen. Ich rede jetzt aber von dem “Otterngezücht”, die garnicht gekommen sind, wahre Buße zu tun, sondern nur “frommen Segen” und eine Soul-Cuddling&Therapy-Session erwarten. Und sowas regt mich echt auf. Ich hoffe ich trete damit keinem auf die Füße, schließlich spreche ich keine Menschen direkt an. Aber genau da sind wir beim Thema, denn so kommt es mir in den Gemeinden oft vor:

Prof. Dr. Johannes Reimer
Man ist schon sehr direkt und nennt dann gerne mal Namen. Im Archiv des Newsletter des Bethanien-Verlages Propagandazentrums finden sich Vorwürfe gegen Prof. Dr. Johannes Reimer, der angebliche Führer der Emerging-Church Bewegung hier in Deutschland ist und sich dabei (und dadurch) erheblicher Vergehen schuldig gemacht und damit auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte. In verschiedenen Blogs liest man von einer Stellungnahme Reimers, wo er sich gegen Vorwürfe der Bibel-Untreue und anderer gern gelesener Standard-Angriffe wehrt. Johannes Reimer, der mich persönlich sehr stark geprägt hat und mit ausgelöst hat, dass ich hauptamtlich für Gott arbeiten möchte, war selbst einmal in meiner Heimatgemeinde und hat dort ein Seminar gehalten, für das er später von der Gemeindeleitung “exkommuniziert” wurde. Er war Doktorvater des vor kurzem erwähnten Missiologen der FTH, Friedemann Walldorf und Leiter der GBFE. Insgesamt ein toller Hecht!
Aber der Kracher: Wie man vor kurzem erfuhr wurde er jetzt als Missiologe nach Ewersbach zum TSE berufen! Hallo? Warum nicht an die FTH? Nicht, dass ich ihn nicht den FEGlern gönnen würde… aber die sind doch noch so mit der Frage nach Pastorinnen beschäftigt, da können sie ihn doch garnicht richtig genießen! Ach, was würde ich für ein-zwei Plena mit ihm geben.
In dieser ganzen Vorwurfs-Stellungs-Debatte fühlte ich mich an die Diskussion um die Hochschul-Akkreditierung der FTH erinnert. Wenn man schon nur nach FTA+Akkreditierung googlete, fand man zahlreiche Foren-Einträge wo vom “kommenden Abfall” und “Öffnung zur liberalen Theologie” die Rede war. Es ist einfach traurig beschissen! Man kann natürlich einfach durch die Welt rennen, dabei beide Augen verschließen und sein geistlich-christliches Leben in aller Zurückgezogenheit leben, wie man möchte… aber immer wenn ich mit meinen noch-nicht-christlichen Freunden über Gott rede, dann ist immer sofort von den streitenden Christen die Rede.
Aber wenn es nur Streit wäre? Nein… das Schlimmste ist ja, dass uns die Verlorenen scheißegal sind und wir uns nur um uns kümmern.
Habe mir heute “Deutschlands sexuelle Tragödie” gekauft und auch in einem Rutsch durchgelesen. Darin werden Geschichten von Jugendlichen erzählt, die aufgrund ihres kaputten Elternhauses, der frühen Konfrontation mit Pornographie und Sexualität, der fehlenden Intimssphäre und vieler anderer Gründe, bereits mit 14-16 mehr im sexuellen Bereich erlebt haben, als alle, die in meiner Gemeinde jeden Sonntag im rechten Flügel sitzen. Thematisiert wird das Thema in unseren Gemeinden nicht. Einspruch? Ohja, doch, wir hören schon einmal alle 2 Jahre eine Predigt einen Vortrag über “gottgewollte Sexualität” oder ein nachgesprochenes Kapitel von “Sex.Gott”, aber es ging mir mehr um die kaputten Familien und perspektivlosen Bevölkerungsschichten, die wir in unserer Gemeinde überhaupt nicht erreichen. Um das noch einmal klarzustellen: Es geht mir nicht um unsere FEG in Gießen, die eine wirklich gute Arbeit macht, sondern um viele viele viele Christen in Deutschland, mich eingeschlossen (!), die sich lieber im Kreis drehen und Die-Reise-nach-Jerusalem mit zuvielen leeren Stühlen spielen, als den Menschen zu dienen und zu helfen. Schon Paulus hat sehr deutliche Worte darüber gefunden:
Wenn ihr aber einander beißt und zerfleischt, seht [zu], dass ihr nicht voneinander verschlungen werdet. (Galater 5,15)
Ich bin zur Zeit einfach sehr traurig darüber, sowenig von Jesus in meinem Leben zu sehen. Sowenig von Jesus, der zu den Prostituierten, Kranken, Krüppeln und Schwachen gegangen ist, um ihnen zu helfen. Manchmal braucht es vielleicht einen Schritt von uns in die radikalere Richtung (und dafür vielleicht einen Tritt in den Arsch?), um mit Gott ein Leben der Abhängigkeit von ihm zu leben und nicht mehr auf seinen eigenen Sicherheiten zu beruhen oder in trivialen Nichtigkeiten zu vergehen. Vielleicht findet man nur so, die “souveräne Freude” von einem Augustinus?
Todd Bentley, oder “Wo sich die Geister scheiden”
Todd Bentley ist für viele in den letzten Monaten mehr als nur ein Name geworden. In unzähligen Diskussionen dient sein Name als Brennstoff, der die Gemüter weiter anheizt. Wer bis jetzt noch nichts von ihm gehört hat, mag sich glücklich schätzen einen größeren Überblick über die Geschichte zu haben, als diejenigen, die im vergangenen April direkt und frisch von der “Erweckung in Florida” hörten.
Über e.Mails gingen die Berichte von dem Pastorenehepaar Zimmerli durch die christlichen Mailinglisten, den ich der Vollständigkeit halber hier auch nocheinmal posten möchte:
“Vor kurzem war ich in Italien. Mit einem Team aus Deutschland diente ich dort in einer Schule für Pastoren und Leiter. Abends im Wohnzimmer des Pastors schalteten wir GOD.TV ein. Todd Bentley war auf dem Programm. Ich hatte schon davon gehört, dass eine Reihe von Veranstaltungen in Florida sich begannen in eine Erweckung zu entwickeln. Todd Bentley, ein kanadischer Evangelist und Prophet war eingeladen in die „Ignited Church” in Lakeland, um dort in vier Heilungs-Gottesdiensten zu dienen. Der Geist Gottes begann so stark zu wirken, dass Todd all seine weiteren Termine absagte und zusammen mit dem Pastor der Gemeinde beschloss, die Abendveranstaltungen fortzuführen. Genau so GOD.TV! Das normale Abendprogramm wurde gestrichen und die Gottesdienste wurden täglich live übertragen. So sassen wir nun in Italien und sahen was in Florida geschah. Selbst durch das Fernsehen konnten wir das intensive Wirken des Geistes spüren und empfangen. Inzwischen war der Saal der Gemeinde mit 700 Plätzen zu klein geworden. Aus dem ganzen Land, und inzwischen auch aus anderen Nationen der Welt kommen immer mehr Besuscher, die von der Erweckung gehört hatten. Die Versammlungen fanden nun in einer Gemeinde mit 3000 Plätzen statt. Bis morgens um 3:00 Uhr sassen wir auf dem Sofa in Italien und wurden berührt von der Kraft Gottes. Wir weinten, lachten und beteten mit. Nachdem wir zwei Nächte vor dem Fernseher verbracht hatten wuchs ein Wunsch in unserem Herzen immer mehr – wie gerne würden wir in Florida selbst dabei sein bei dieser mächtigen Ausgiessung von Gottes Kraft.
Zurück in Deutschland – es war spät am Abend und meine Frau war schon im Bett – sass ich im Wohnzimmer und musste einen Augenblick innehalten und über viele Eindrücke nachdenken. Plötzlich stand meine Frau im Wohnzimmer. Sie war aufgewacht und wir begannen uns zu unterhalten. Sie hatte die Versammlungen in Florida ebenfalls von Deutschland aus verfolgt. Schon seit einiger Zeit, war Todd Bentley immer wieder ein grosser Segen und eine Quelle der Inspiration für sie gewesen. Während wir uns unterhielten spürten wir beide plötzlich, was wir kaum wagten auszusprechen: Wir müssen unbedingt nach Florida! Wir standen gerade inmitten der Vorbereitungen für unsere Pfingstkonferenz. In zwei Wochen war es soweit. Meine Frau sagte: „Wir müssen noch VOR der Pfingstkonferenz dorthin!” Mein Verstand begann zu rebellieren. Das ist unmöglich! Ich bin gerade erst aus Italien zurückgekommen. Wir haben so viel Arbeit die Konferenz vorzubereiten. Aber mein Herz sagte ganz laut „Ja” zum Vorschlag meiner Frau. Es war das Verrückteste was wir je in unserem Leben getan haben. In Windeseile versuchten wir alles Nötige zu organisieren und dann buchten wir am Dienstagabend um 19:30 Uhr unsere Tickets für einen Flug, der uns schon am nächsten Morgen um 11:10 Uhr nach Florida bringen würde. Als wir am Check-In Schalter am Flughafen standen, waren unsere Namen noch nicht mal auf der Liste im Computer, so kurzfristig war unsere Entscheidung. Wir wussten nicht wo wir übernachten werden, aber wir wussten: Wir müssen nach Lakeland.
So kamen wir am Mittwoch Abend auf dem Flughafen in Tampa an. Wir mieteten einen Wagen und fuhren nach Lakeland. Schliesslich fanden wir das Lakeland Civic Center in dem inzwischen die Versammlungen abgehalten wurden. Auch die Gemeinde mit 3000 Sitzplätzen war nämlich schon zu klein geworden. Als wir in die Halle kamen spürten wir schon die Kraft Gottes. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, zum letzten Lied der Anbetungszeit. Dann begann Todd zu dienen. Es war eine Freude zu beobachten, wie er einfach mit dem Heiligen Geist floss. Es gab kein Programm, nichts war geplant. Religion ist immer vorhersehbar, doch nicht so die Bewegung des Geistes. Plötzlich rief Todd einen Pastor aus Neuseeland nach vorne. Er hatte im Ferbruar in Australien über Todd Bentley prophezeit, dass er eine Heilungserweckung in Florida auslösen würde. Nun war er selbst aus Neuseeland eingeflogen um dabei zu sein. Gott gab ihm ein frisches Wort bezüglich dieser Ausgiessung des Geistes. „Alle Bewegungen und Salbungen des letzten Jahrhunderts werden in dieser Erweckung neu ausgegossen. Die Pfingstbewegung am Anfang des letzten Jahrhunderts, die grosse Heilungserweckung in den fünfziger Jahren, die Jesus-People Bewegung in den Siebzigern – und viele andere Bewegungen des Geistes – Gott nimmt sie und giesst sie hier und heute neu über seiner Gemeinde aus.” Immer und immer wieder hörten wir an diesem Abend das Wort „now”. Jetzt ist die Zeit! Jetzt erfüllt es sich! Jetzt ist es da! Unser Herz hüpfte! Genau das war das Thema, das der Herr uns für unsere Pfingstkonferenz gegeben hatte. Wir hatten diese Zusage Gottes empfangen, dass Gott das Erbe unserer Väter nehmen wird, und zusammen mit seinem momentanen Wirken und den „Kräften des zukünftigen Zeitalters” im „NOW” vereint. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft kommen zusammen – in uns! (www.pfingst-konferenz.de ) Nun hörten wir die Worte der Bestätigung in Florida, kaum angekommen und noch ganz geschafft von dem langen Flug der hinter uns lag. Doch mit einem Mal waren wir hellwach!
Dann erzählte Todd von einer Vision, die er vor einiger Zeit selbst hatte. Er war plötzlich im Himmel in einem riesigen Stadion. Die Ränge waren angefüllt mit tausenden von Engeln. Sie sahen selbst wie Athleten aus. Spannung lag in der Luft. Plötzlich, so erzählte Todd, war der Ball in seiner Hand. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. „Warum ich?”, schrie alles in ihm. „Warum bekomme ich den Ball? Ich war doch nie gut im Sport? Jemand anders sollte den Ball bekommen!”. Mit einem Mal standen alle Engel im Stadion von Ihren Plätzen auf und begannen zu rufen: „Go church, go! Go church, go! Go church, go!”. Durch diese Vision wurde es klar was Gott tut. Es geht nicht um Todd Bentley. Es geht nicht um eine Gemeinde, einen gesalbten Mann oder einen Superstar. Es ist eine Salbung, die über den ganzen Leib Jesu ausgegossen wird. Die Engel feuern die Gemeinde an. Es ist Zeit! Jetzt geschieht es. Genau wie Gott am Anfang dieses Jahres zu uns sprach und sagte: „2008 wird ein Jahr der Erfüllung werden!”
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Foyer der Ignited Church. Drinnen ist der Gottesdienst in vollem Gang. Mit einem Ohr höre ich die Predigt aus dem Lautsprecher an der Decke. Mit dem anderen Ohr bekomme ich mit wie eine Frau neben mir mit einer Bekannten telefoniert: „Das ist stärker als alles was ich je erlebt hatte! Und ich war schon in Versammlungen von Kathrin Kuhlmann. Das hier ist ganz ähnlich wie dort. Die selben kreativen Wunder beginnen zu geschehen.”
Am zweiten Abend im Lakeland Civic Center geschehen wieder gewaltige Dinge. An beiden Seiten der Bühne bilden sich Schlangen von Geheilten, die Zeugnis geben wollen von dem was sie gerade während dem Gebet erlebten. Todd legt niemandem die Hände auf für Heilung. Er hört und sieht was der Heilige Geist tut und ruft es laut und kühn über das Mikrophon aus. „Gott heilt gerade Tumore. Oben rechts auf der Empore ist eine Frau, die einen Autounfall hatte. Gott heilt die Schmerzen die du seither in deinem Rücken hast. Arthritis wird gerade geheilt. Jemand braucht ein neues Herz. Gott gibt dir gerade ein neues Herz!” Einen ganze Zeit lang geht es so weiter. Heilungen werden ausgerufen und die Kraft Gottes schwappt über die ganze Halle. Und nun stehen sie vor der Bühne. Einer nach dem Andern erzählt wie Gott ihn geheilt hat. Es ist eine richtige Freude zu sehen, wie Todd Bentley sich selbst kindlich über jedes Zeugnis von Heilung freut, das er hört. Man kann Gottes Erbarmen für die Kranken und Leidenden in seinem Herzen förmlich spüren. Krücken, Gehwagen und Rollstühle werden gebracht. Die Geheilten brauchen sie nicht mehr. Jubel schwappt durch die Menge. Immer und immer wieder. Es ist überwältigend. Doch es ist erst der Anfang.
Dann wird es angekündigt: „Ab morgen Abend werden wir im Stadion sein!”. Das Joker Marchant Stadium in Lakeland fasst 12.000 Leute. Normalerweise trainieren hier die Detroit Tigers, eine bekannte Baseball Mannschaft in den USA. Was hier geschieht ist historisch! Es ist Erfüllung von Prophetie. Als wir am nächsten Abend im Stadion ankommen ist es bereits gefüllt. Wir finden nur noch ganz rechts aussen am Rand der Tribüne einen Platz. Die Anbetung beginnt, die Menge jubelt dem König Jesus zu. Begeisterung macht sich breit. Es ist etwas ungewohnt, unter freiem Himmel zu sein. Die Bühne ist ca. hundert Meter von uns entfernt. Doch der Lopreis und die Anbetung und die Herrlichkeit Gottes erfüllen das Stadion. Schliesslich beginnt Todd Bentley eine Prophetie vorzulesen, die William Branham kurz vor seinem Tod gegeben hatte. William Branham hatte einen der stärksten Heilungsdienste die die Welt je gesehen hat. Er wirkte während der Zeit der grossen „Voice of Healing” Erweckung in den USA in den späten 40er und 50er Jahren des leztzten Jahrhunderts zusammen mit Oral Roberts, A. A. Allen, Jack Coe, Gordon Lindsay und vielen anderen. Sechs Wochen vor seinem Tod sprach er mit einem Reporter und in den Worten dieses Interviews begann er prophetisch Dinge über die Zukunft auszusprechen. Er sagte voraus, dass die damalige Heilungserweckung zum Ende kommen wird. Doch es würde eine Zeit kommen, in der eine neue Heilungserweckung kommen werde. Diese Erweckung, so Branham, wird so viele Menschen anziehen, dass kein Gemeindegebäude, keine Halle und kein Auditorium mehr ausreichen wird um die Menschenmassen aufzufangen. Der einzige Ort, an dem dies noch möglich sein wird, sind die Stadien. In dieser Zeit, so sagte William Branham, wird man niemandem mehr die Hände auflegen können, sondern man wird einfach das Wort proklamieren und die Kranken werden geheilt. Voller Begeisterung rief Todd Bentley aus, dass diese Zeit nun angebrochen sei: „Wir erleben gerade wie Gott Geschichte schreibt”.
Mitten in der Veranstaltung sehen wir plötzlich wie Todd mit seinem Handy telefoniert. Dann nimmt er das Mikrophon und verkündet laut: „Claudio Freizon aus Argentinien ist am Telefon. Er ist zur Zeit gerade in Spanien und hat mitbekommen was hier geschieht. Er ruft an und bittet um Gebet. Er möchte die Salbung auch haben die hier ausgegossen wird!” Jubel erfüllt das Stadion. Alle Anwesenden beten dafür, dass die Kraft Gottes auf diesen Mann Gottes fällt. Welch eine demütige Haltung eines grossen Mannes Gottes: Überhaupt erleben wir hier immer wieder, wie diese Bewegung den ganzen Leib Jesu umfasst. Besucher aus der ganzen Welt, insbesondere namhafte Leiter des Reiches Gottes kommen zu den Veranstaltungen und wollen dabei sein und empfangen was Gott hier gerade tut. Immer wieder betont Todd, wie gereifte Leiter und prophetische Diener Gottes ihm als Mentoren und Berater zur Seite stehen.
Manchmal habe ich scherzhaft bemerkt, dass man diese Ausgiessung auch als „Handy-Erweckung” bezeichnen könnte. Immer wieder rufen Menschen während den Gottesdiensten ihre Verwandten und Bekannten an um sie über das Telefon teilhaben zu lassen an den Wundern. Es wurden bereits einige Heilungen bezeugt, die so über das Handy geschahen. Der Gebrauch vieler moderener Massenmedien ist eines der Kennzeichen dieses geistlichen Aufbruchs. Nicht nur durch die tägliche Übertragung im Fernsehen, sondern auch durch verschiedene Internet-Streams können Menschen in allen Teilen der Welt dabei sein und werden von der Kraft Gottes berührt. Immer wieder hören wir Zeugnisse von Leuten, die durch die Medien geheilt wurden und dann einige Tage später nach Florida reisten, um selbst live dabei zu sein. Nur durch die Medien ist es möglich, dass die Botschaft von dieser Ausgiesssung des Heiligen Geistes sich so schnell rund um den Globus verbreitet.
Inzwischen ist unser vierter Abend hier bei der “Florida Healing Revival” angebrochen. Das Joker Marchant Stadium brodelt. Es sind wieder ca. 10.000 Menschen versammelt, die die Ausgiessung der Kraft Gottes miterleben wollen. Obwohl unter freiem Himmel, obwohl die Lobpreisband weit entfernt von den Menschen auf dem Baseball-Spielfeld steht, obwohl ein geschäftiges Treiben herrscht – ist die Gegenwart Gottes in der Anbetung überall zu spüren. Jeden Abend – so empfanden wir – steigert sich die Intensität des Wirkens Gottes. Alle sprechen davon, dass dies erst der Anfang sein wird. Eine weltweite Erweckung und Ausgiessung von Heilungen und Zeichen und Wundern wird kommen. Und wirklich, an diesem Abend beginnen ungewöhnliche Dinge zu geschehen. Während Menschen vorne Zeugnis geben, dreht Todd Bentley sich plötzlich um und sagt: “Ich sehe eine Frau mit einer verformten Hüfte. Du brauchst eine komplett neue Hüfte. Jesus heilt dich jetzt!”. Plötzlich laute Schreie links unter uns auf der Tribüne. Eine Frau fasst mit ihren Händen an den Kopf und zittert unter der Kraft Gottes. Sie schreit, und alle um sie herumg beginnen begeistert zu jubeln. Dann rennt sie nach vorne. Noch ein bisschen wackelig, hinkend, aber voller Glaube und Freude. Sie gibt Zeugnis, dass die Kraft Gottes ihren Körper durchfuhr, als Todd die Heilung proklamierte. Sie spürt wie Gott ihre Hüfte heilt. Der Schmerz geht und sie kann gehen. Todd legt ihr die Hände auf und sie fällt auf die Bühne unter der Kraft Gottes.
Während weiterhin Zeugnisse von Heilungen gegeben werden, beginnt Todd plötzlich zu den vielen Rollstuhlfahrern zu sprechen, die alle einen besonderen Platz vor der Tribüne am Rand des Spielfelds bekommen haben. “Es ist genug Kraft hier, dass du aus deinem Rollstuhl aufstehst!”, ruft er ihnen zu, “wenn Du nur deine Mentalität überwinden kannst, die durch diesen Rollstuhl in Dir entstanden ist. Steh auf, tu etwas was du nie tun konntest.” Kühnheit und Glaube manifestieren sich durch seine Worte. Die Luft vibriert von der Gegenwart Gottes. Plötzlich wieder laute Schreie. Vorne links vor der Tribüne bildet sich eine Traube von Menschen. Von unserem Platz aus ist es nur schwer zu erkennen, aber schliesslich können wir es sehen. Es ist ein kleiner Junge! Seine Eltern stützen ihn und er geht schwach und wackelig. Seine Bewegungen sind spastisch. Erst fragt man sich: “Ist er wirklich geheilt?”
Nach einigen Minuten kommt er auf der Bühne an. Er gibt Zeugnis. Von Geburt an leidet er unter Cerebrallähmung. Er ist noch nie in seinem Leben auf eigenen Füssen gestanden. Er redet unverständlich, langsam doch voller Begeisterung und Feuer: “Als Todd sprach spürte ich die Kraft Gottes überall in meinem Körper. Ich musste aufstehen. Ich habe immer von diesem Tag geträumt. Es war mein grösster Traum, einmal mit meinen eigenen Beinen gehen zu können!” Tränen schiessen in unsere Augen, während wir seinen Worten zuhören. Haben wir noch Augen für das unsägliche Leid vieler Menschen um uns herum, die von Krankheit geplagt und geknechtet sind? Haben wir uns daran gewöhnt und sind zur Tagesordnung übergegangen? Jesus war voller Mitgefühl und Erbarmen. Überall im Stadion kann man dieses Erbarmen spüren. Am nächsten Abend kommt er Junge wieder auf die Bühne. Auch dieses Mal gestützt von seinen Eltern. Sie bezeugen, dass die Heilung weitergeht, dass ihr Junge immer stärker und gesünder wird. Diese Heilung scheint nicht spontan, sondern ein Prozess zu sein.
Noch ein paar mal hören wir die begeisternden Schreie der Menschen im Joker Marchant Stadium an diesem Abend. Insgesamt stehen 8 Leute aus dem Rollstuhl auf. Es ist unfassbar und doch herzergreifend. Fast wie die Träumenden erleben wir mit, wie die Sehnsucht unseres Herzens sich vor unseren eigenene Augen erfüllt. Wir sehen eine Ausgiessung der Herrlichkeit Gottes, wie wir sie bisher noch nie erlebt haben.
Wie bereits gesagt: in dieser Erweckung geht es nicht um einen Superstar, es geht nicht um einen einzelnen Mann den Gott stark gebraucht. Es ist eine Erweckung, die bereits weltweie Kreise zieht. Todd selbst sagt es immer wieder: “Diese Salbung ist höchst ansteckend und übertragbar.” So betet er am Ende des Abends für alle vollzeitlichen Pastoren. Hunderte davon sind anwesend und stellen sich in einer Reihe rund um das Spielfeld im Stadion auf, während Todd vorbei geht und allen die Hände auflegt.
Es ist eine bewegende und intensive Zeit für uns. Wir wünschen und sehen, nein wir glauben, dass die selben Dinge bei uns in Deutschladn beginnen zu geschehen. Es ist der selbe Geist Gottes, der in uns lebt und es ist die Zeit, in der die ganze Gemeinde aufsteht. Während wir uns in unsere letzen Nacht hier in Florida zur Ruhe legen um fit und munter zu sein für unseren Heimflug am nächsten morgen, scheint es fast, als ob der Ruf der Engel noch in unseren Ohren erklingt: „Go church, go! Go church, go! Go church, go!”
Quelle: http://fcg-hanau.no-ip.org/index.php?option=com_content&task=view&id=145&Itemid=1 oder auch bei Storch nachzulesen.
Irgendwie gehöre ich wohl durch meine baptistische Vergangenheit (+ Gegenwart!
) nicht zu den Gemütern, die auf jeden fahrenden Zug aufspringen müssen, ohne ein wenig genauer nachzuschauen, wo die Reise hingeht. Oder anders ausgedrückt: Ich bin ein langweiliger Typ, der, anstelle Gottes Wirken einfach anzunehmen, wo auch immer er weht, kritisch herumzudrucksen und Fehler zu suchen.
Nun, sucht euch am besten etwas dazwischen aus. Was auch immer es war, so lähmte es mich doch im Hauskreis freudigst davon zu berichten, als die Sprache auf die Erweckungsbewegung in Florida fiel. (Vielleicht auch, weil ich direkt davor auf Benny Hinn angesprochen wurde)
In den nächsten Wochen und Monaten verfolgte ich das Phänomen “Todd Bentley” weiter, denn längst ging es nicht mehr um Florida, das Stadion das angemietet wurde, die Mitarbeiter oder ein Netzwerk, was hinter der Arbeit steht, sondern nur noch um diesen Mann. Auch wenn dies immer wieder geleugnet wird, so wird mit “Todd’s School” geworben oder auf God.TV prangern Banner mit seinem Gesicht und laden ein, die Übertragungen anzuschauen, die live und recorded in alle Welt übertragen wird.
Dabei ganz nebenbei eine zum Nebensatzeinleitewort passende Nebenbemerkung: Das Gute am Web 2.0 und die dazu gehörenden Blogs sind die Informationen, die einem in einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden. Woher kriegt man sonst so schön ungeprüfte Informationen, wie: “Der Sender (God.TV) bezifferte die Zahl der Zuschauer auf bis zu 200.000 pro Woche. Bentleys eigene Homepage zählte monatlich etwa acht Millionen Besucher.” Genial, oder?!
Zurück zu Todd: Nachdem sich der Hype um ihn verschärfte und Scharen (Was sage ich: Mengen, Mobs, ganze Bevölkerungsschichten!) zu ihm nach Florida pilgerten, traten Informationen auf, die doch etwas beunruhigend waren. So berichteten einige vloger von komischen Heilungsmethoden der Galeonsfigur der neo-charistmatischen Szene der USA. Von den Predigtinhalten ganz zu schweigen: So ruft Todd Bentley die Leute dazu auf, “Engel” vom Himmel herabzubitten. Ne, … falsches Wort. Zu verlangen. Zu beordnern. Die dienstbaren Geister sollen die Erweckung in alle Welt hinaustragen, aber erstmal uns Heiligen und uns den “Durchbruch” geben.
Mir machte das ehrlich gesagt Angst. Und diese Art der Rhetorik und … ich sage es ganz offen: Manipulation hätte ich nicht erwartet. Ich weiß nicht, warum soetwas immer und immer wieder gemacht werden muss. Ich dachte gleich an Marjoe Gortner der auch von sovielen Leuten bejubelt wurde…
Wenn nur die Popularität eines Menschen seine “Heiligkeit” (mir fiel kein besseres Wort für “Das tun, was Jesus möchte und den Menschen durch sein Leben und seine Predigt verklickern können”) beziffern würde, dann wäre ja Benny “Touch” Hinn und Joel “Sunshine” Osteen wirklich nahe an Petrus und Paulus dran und Paul Washer der letzte Arsch der Nation, der nichtmal Demas genannt werden dürfte.
Ich kann das wirklich alles nicht mehr hören. Es stimmt, dass sich an Todd Bentley die Geister scheiden, aber als heute auch noch auf idea.de die Meldung prangerte, er und seine Frau hätten sich getrennt, da war mir das zuviel. Jetzt wird die zu erwartende Schlammschlacht der progressiven Christen in den digitalen Flugblättern nicht mehr abzuwenden sein. Ach, was freu ich mich schon drauf… -_-
Weitere Information und Kommentare auf einer kritischen Stellungnahme.
Für diejenigen, die noch nicht genug bekommen haben, ein bisschen Werbung for “The Best of Florida Outpouring!” – kostet auch garnicht soviel. Und vielleicht legen sie ja noch eine Todd Bentley Plastikfigur mit beweglichem Bein drauf, mit dem man dann anderen ins Gesicht treten kann. Ich fühle mich jedenfalls von der ganzen Geschichte mehr als auf den Schlipps getreten.
Hauptamtliche vor!
PAUL WASHER : A CHALLENGE FOR PASTORS
Seit einigen Monaten mache ich mir Gedanken über die “Kriterien für den hauptamtlichen leitendenden Dienst im Reich Gottes, insb. der Gemeindeleitung als Pastor”. Ich werd da einfach aus den Listen bei Titus und Timotheus nicht schlau, – was heißt das jetzt genau? Wo ist die hermeneutische Grenze zu ziehen – bei den “Schwächsten”, oder bei den “Stärksten”, oder bei den Ältesten, oder doch lieber bei mir persönlich? Wenn 9 von 10 Pastoren regelmäßig (was auch immer das heißt) sich “pornographisches Material” reinziehen (was auch immer das heißt), dann fallen sie da scheinbar nicht aus dem Raster – aber wenn jemand cholerisch ist und die Ältestens oder die kleine liebe alte Witwe zusammenscheisst, dann schon?! (more…)
Cocorosie – Noahs Ark
Cocorosie – Noahs Ark
nice one – ich mag auch mal solche, etwas andere Musik.
Das ganze Album könnt ihr euch hier anhören. Wie gesagt: Es ist etwas alternativ, aber ganz geile Mucke für einen kleinen Nap zwischendurch…
Auf imeem könnt ihr euch desweiteren viele coole Musik, wie in einem Radio, streamen.